Kreative Projektwoche der Klassenstufe 5 – Kunst erleben, ausprobieren und entdecken

Während der diesjährigen Projektwoche konnten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 ihre kreativen Fähigkeiten auf vielfältige und beeindruckende Weise entfalten. Unter der Anleitung der vier Kursleiterinnen und Kursleiter der Kunststation Oepfershausen wurde die Schule für eine Woche zu einem Ort des Gestaltens, Experimentierens und künstlerischen Entdeckens. Im Mittelpunkt stand dabei nicht das „perfekte Ergebnis“, sondern das Ausprobieren unterschiedlicher Materialien, Techniken und Ausdrucksformen.

 

Den Auftakt bildete der Montag mit zwei sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen faszinierenden Techniken. Zunächst entstanden sogenannte Leporello-Bücher – kleine, kunstvoll gefaltete Bücher, die sich ziehharmonikaartig aufklappen lassen. Diese besondere Form ermöglicht es, Bilder oder Geschichten in einer fortlaufenden Reihe zu gestalten, fast wie einen kleinen Bilderbogen zum Aufklappen und Staunen. Parallel dazu wurden Zentangle-Muster auf Aquarellpapier gestaltet. Zentangle ist eine Zeichentechnik, bei der durch wiederholte, strukturierte Muster – Linien, Kreise, Spiralen oder Ornamente – eindrucksvolle, oft sehr meditative Bilder entstehen. Besonders in Kombination mit Aquarellfarben entstanden lebendige und individuelle Kunstwerke, die Ruhe und Kreativität miteinander verbanden.

 

Am Dienstag wurde es dann räumlicher und experimenteller. Mit großer Begeisterung gestalteten die Kinder Pop-up-Karten, bei denen beim Aufklappen überraschende dreidimensionale Elemente aus dem Papier „herausspringen“. Diese Technik erfordert genaues Arbeiten und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, da Schnitte und Faltungen präzise geplant werden müssen. Anschließend wurde der Linoldruck erprobt – ein klassisches Druckverfahren, bei dem ein Motiv zunächst in eine Linolplatte geschnitzt wird. Die erhabenen Stellen werden anschließend mit Farbe eingewalzt und auf Papier gedruckt. So entstehen klare, oft sehr kontrastreiche Bilder, die sich beliebig oft vervielfältigen lassen.

 

Der Mittwoch stand im Zeichen von Zeichnung und Skulptur. Beim „Kritzeln mit System“ wurde mit Bleistift gearbeitet – allerdings nicht im Sinne einer perfekten Zeichnung, sondern als freies, experimentelles Gestalten. Linien, Schraffuren und Formen durften sich entwickeln, überlagern und verändern. Dabei ging es besonders darum, den eigenen Zeichenfluss zuzulassen und neue Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken. Im Anschluss wurde mit Seife geschnitzt. Dieses ungewöhnliche Material lässt sich mit einfachen Werkzeugen formen und bearbeiten, sodass kleine Figuren oder abstrakte Formen entstehen. Die weiche Struktur der Seife ermöglicht schnelle Erfolgserlebnisse, erfordert aber gleichzeitig viel Feingefühl und Geduld.

 

Am Donnerstag folgten schließlich zwei sehr handwerkliche Techniken. Beim Weben mit Papierstreifen entstanden bunte Muster und Flächen, indem Streifen systematisch miteinander verflochten wurden – eine Technik, die Konzentration und Genauigkeit verlangt, aber gleichzeitig sehr beruhigend wirkt. Ergänzt wurde dies durch das Gestalten von Filzeiern, bei denen mit farbiger Filzwolle gearbeitet wurde. Durch das Übereinanderlegen, Formen und Verdichten der Wolle entstanden dekorative Eier, die durch ihre weiche Haptik und leuchtenden Farben besonders ansprechend wirkten.

 

Über die gesamte Woche hinweg war es den Kursleitern der Kunststation Oepfershausen besonders wichtig, den Kindern möglichst viele Freiräume zu geben. Es gab bewusst wenige feste Vorgaben, damit eigene Ideen entstehen konnten. Fehler wurden nicht als Hindernis gesehen, sondern als Teil des kreativen Prozesses – oft entwickelten sich gerade daraus besonders interessante Lösungen. Ebenso wurde Wert darauf gelegt, dass sich die Kinder nicht miteinander vergleichen, sondern ihren eigenen Ausdruck finden und weiterentwickeln.

 

Den feierlichen Abschluss bildete eine kleine Ausstellung in der Schule, zu der auch einige Eltern eingeladen waren. Bei Kaffee und Kuchen konnten sie die entstandenen Werke betrachten, ins Gespräch kommen und die Vielfalt der Ergebnisse bestaunen. Die Präsentation zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich und individuell die Arbeiten der Kinder geworden sind und wie viel Kreativität in einer einzigen Woche freigesetzt werden kann. Ein herzlicher Dank gilt den vier Kursleitern der Kunststation Oepfershausen – Susanne Casper-Zielonka, Eva Repp-Poppe, Chrysoperla Begemeier und Jörg Wagner – für ihre engagierte und inspirierende Begleitung sowie unserer Schulsozialarbeiterin Frau Liebold für die Organisation dieser besonderen Projektwoche.

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