Die Höhle von Lascaux im Kunst- und Geschichtsunterricht – ein Fenster in die Steinzeit

Fächerübergreifendes Projekt der Klassen 5a und 5b: Steinzeitliche Höhlenmalerei – Geschichte und Kunst im Dialog

 

Im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichtsprojektes beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen intensiv mit der faszinierenden Welt der steinzeitlichen Höhlenmalerei. Dabei arbeiteten die Lehrkräfte der Fächer Geschichte und Kunst, Herr Schipper und Frau Lange, eng zusammen, um den Lernenden einen ganzheitlichen, handlungsorientierten und nachhaltigen Zugang zu einem bedeutenden kulturgeschichtlichen Thema zu ermöglichen.

 

Die Höhle von Lascaux – ein Fenster in die Steinzeit

 

Grundlage des Projektes im Geschichtsunterricht bildeten die weltberühmten Höhlenmalereien der Höhle von Lascaux in Südfrankreich. Diese Höhle wurde im Jahr 1940 entdeckt und zählt heute zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten der Menschheitsgeschichte. Die rund 17.000 Jahre alten Wandmalereien stammen aus der Altsteinzeit und zeigen vor allem Tiere wie Bisons, Pferde, Hirsche und Auerochsen, aber auch Jagdszenen und geheimnisvolle Zeichen. Die steinzeitlichen Menschen verwendeten für ihre Malereien natürliche Pigmente, die sie aus Erden, Ocker, Holzkohle und Mineralien gewannen. Diese wurden mit Wasser, tierischem Fett oder Pflanzensäften vermischt und anschließend mit Fingern, Pinseln aus Tierhaaren, Moos oder sogar durch das Pusten der Farbe durch hohle Knochen auf die Felswände aufgetragen. Die Höhlen dienten vermutlich nicht nur als Schutzräume, sondern hatten auch eine kultische oder rituelle Bedeutung. Die Malereien könnten Jagdzauber, religiöse Vorstellungen oder frühe Formen der Kommunikation dargestellt haben. Im Geschichtsunterricht setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Lebensbedingungen der Menschen in der Steinzeit, deren Werkzeugen, Jagdmethoden, sozialen Strukturen und künstlerischem Ausdruck auseinander. Dabei wurde deutlich, welch hohe Beobachtungsgabe, Kreativität und handwerkliches Geschick bereits die frühen Menschen besaßen.

 

Künstlerische Umsetzung im Kunstunterricht

 

Aufbauend auf diesen historischen Erkenntnissen griff der Kunstunterricht das Thema auf. Ziel war es, die ästhetischen Merkmale steinzeitlicher Höhlenmalerei zu erfassen und kreativ umzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler analysierten typische Formen, Farben, Linienführungen und Darstellungsweisen der Originale aus Lascaux. Anschließend gestalteten sie eigene Höhlenmalereien auf Papier. Dabei kamen verschiedene Kunstmaterialien und -techniken zum Einsatz, unter anderem Naturfarben, Erdpigmente, Kreiden, Kohle, Aquarellfarben und strukturierte Untergründe, um die raue Oberfläche von Felswänden nachzuahmen. Durch Tupfen, Wischen, Kratzen und Schichten der Farben entstanden beeindruckende Bilder, die in ihrer Ausdruckskraft und Lebendigkeit den steinzeitlichen Vorbildern sehr nahekommen. Die Schülerinnen und Schüler experimentierten bewusst mit Materialien und Techniken und entwickelten dabei eigene kreative Lösungen. Der künstlerische Arbeitsprozess stand dabei gleichberechtigt neben dem fertigen Produkt. Die Kinder lernten, ihre Ideen zu planen, Entwürfe zu entwickeln, Materialien gezielt einzusetzen und ihre Arbeit kritisch zu reflektieren. Diese Prozess- und Produktorientierung ist ein zentraler Bestandteil modernen Kunstunterrichts und fördert nicht nur Kreativität, sondern auch Ausdauer, Selbstständigkeit und Problemlösekompetenz.

 

Fächerübergreifendes Lernen – vernetzt, nachhaltig und lebendig

 

Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für fächerübergreifenden Unterricht, bei dem Inhalte nicht isoliert, sondern vernetzt vermittelt werden. Durch die enge Verzahnung von Geschichte und Kunst konnten die Schülerinnen und Schüler historische Zusammenhänge besser verstehen und zugleich kreativ umsetzen. Diese Verbindung fördert ein ganzheitliches Lernen, stärkt die Motivation und ermöglicht nachhaltige Lernerfahrungen. Die Lernenden erfuhren, dass Geschichte nicht nur aus Zahlen und Fakten besteht, sondern lebendig wird, wenn man sich handelnd und kreativ mit ihr auseinandersetzt. Gleichzeitig lernten sie, dass Kunst mehr ist als das bloße Gestalten schöner Bilder – sie ist Ausdruck von Kultur, Kommunikation und menschlicher Entwicklung.

 

Bezug zum Thüringer Lehrplan

 

Das Projekt orientiert sich eng an den Vorgaben des Thüringer Lehrplans für die Klassenstufe 5. Im Fach Geschichte sieht der Lehrplan vor, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit der Lebensweise der Menschen in der Steinzeit, deren Umwelt, Arbeitsweisen und kulturellen Leistungen auseinandersetzen. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis für historische Entwicklungen zu fördern und die Fähigkeit zur Einordnung in größere zeitliche Zusammenhänge zu entwickeln. Im Fach Kunst legt der Thüringer Lehrplan besonderen Wert auf die Auseinandersetzung mit historischen Bildformen, das experimentelle Arbeiten mit verschiedenen Materialien, die Förderung der Kreativität sowie die Entwicklung gestalterischer Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Bilder bewusst wahrzunehmen, zu analysieren und selbstständig gestalterisch tätig zu werden. Durch die Kombination beider Fächer werden zentrale fachliche, methodische, soziale und personale Kompetenzen gefördert. Dazu zählen unter anderem Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, kreatives Denken, Reflexionsvermögen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Materialien.

 

Ein beeindruckendes Ergebnis

 

Die entstandenen Schülerarbeiten zeugen von großem Engagement, Fantasie und künstlerischem Können. Mit viel Liebe zum Detail schufen die Kinder eigene Bildwelten, die uns auf eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit mitnehmen. Hier können Interessierte einige dieser wunderbaren Schülerprodukte bewundern und einen lebendigen Eindruck davon gewinnen, wie Lernen durch fächerübergreifende Projekte bereichert werden kann. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Schule Räume für kreatives, forschendes und nachhaltiges Lernen schaffen kann – ganz im Sinne einer modernen, kompetenzorientierten Bildung.

Staatliche Regelschule
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