Die Wartburg bei Eisenach

Hoch über der Stadt Eisenach erhebt sich eine der bedeutendsten Burgen Deutschlands. Sie wurde etwa im Jahr 1067 von Ludwig dem Springer gegründet. Der Legende nach soll er beim Bau ausgerufen haben: „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“. Dieser Ausruf zeigt, wie Menschen im Mittelalter Herausforderungen mit Mut und Entschlossenheit begegneten. Bereits 1080 erscheint die Burg in einer Urkunde, und seitdem spielt sie eine bedeutende Rolle in der deutschen Geschichte.

 

Im Laufe der Jahrhunderte beherbergte sie zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Elisabeth von Thüringen lebte im frühen 13. Jahrhundert hier und setzte sich besonders für Arme und Kranke ein. Noch heute gilt sie als Symbol für Nächstenliebe und soziales Engagement.

 

Etwa 300 Jahre später nutzte Martin Luther die Burg als Rückzugsort. Nach seiner Verurteilung versteckte er sich dort unter dem Namen „Junker Jörg“. Während seines Aufenthalts übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche, wodurch die deutsche Sprache vereinheitlicht und vielen Menschen der Zugang zur Bibel ermöglicht wurde.

 

Kulturell hatte die Burg ebenfalls eine große Bedeutung. Dort soll der berühmte Sängerkrieg stattgefunden haben, ein Wettbewerb von Minnesängern, bei dem Dichter wie Walther von der Vogelweide gegeneinander traten. Ob der Sängerkrieg historisch exakt so stattfand, ist ungewiss, doch er zeigt, wie eng die Burg mit Literatur und Kunst des Mittelalters verbunden ist. Ein weiteres historisches Ereignis war das Wartburgfest von 1817, bei dem Studierende aus ganz Deutschland für nationale Einheit, Freiheit und Bürgerrechte demonstrierten.

 

Dieses Fest gilt als Symbol für den Wunsch nach Demokratie und Mitbestimmung.

Auch architektonisch ist das Bauwerk beeindruckend. Verschiedene Baustile aus über 900 Jahren verbinden sich hier zu einem harmonischen Ganzen: Romanik, Gotik und der neugotische Stil des 19. Jahrhunderts. Besonders der romanische Palas gilt als einer der schönsten Profanbauten nördlich der Alpen. Innenräume mit prächtigen Wandmalereien, Skulpturen und Kunstwerken erzählen Geschichten aus dem Leben auf der Burg und aus der Geschichte der Region.

 

Rund um die Burg erstreckt sich der Thüringer Wald, ein wunderschönes Naturgebiet mit vielen Wanderwegen. Besucher:innen können Kultur und Natur miteinander verbinden und so Geschichte mit allen Sinnen erleben. Die Kombination aus historischen Bauwerken und unberührter Landschaft macht den Ort zu einem besonderen Lern- und Erlebnisraum.

 

Für Schülerinnen und Schüler bietet die Burg wertvolle Lernmöglichkeiten. Hier lässt sich Geschichte begreifen, Zusammenhänge zwischen Sprache, Kultur und Gesellschaft verstehen und über Werte wie Freiheit, Glaube und Identität nachdenken. Exkursionen fördern das eigenständige Lernen und den direkten Bezug zur Vergangenheit.

 

Heute ist die Wartburg ganzjährig für Besucher:innen geöffnet. Führungen behandeln verschiedene Themen wie Martin Luther, Architekturgeschichte oder Leben im Mittelalter. Das Museum zeigt spannende Exponate und vermittelt Wissen über die Geschichte der Burg, ihrer Bewohner und die historischen Ereignisse. Konzerte, Theateraufführungen und historische Feste machen die Geschichte lebendig und für alle Altersgruppen erfahrbar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Burg weit mehr als ein altes Bauwerk ist. Sie ist ein lebendiger Ort der Geschichte, ein Lernort für Werte und ein Symbol deutscher Kulturentwicklung. Architektur, Sprache, Religion, Kunst und Politik treffen hier aufeinander und machen die Vergangenheit für uns heute erlebbar und verständlich.

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