Die ersten Siedlungen im Gebiet von Würzburg reichen bis in die Zeit vor der Römerherrschaft zurück. Die Stadt wurde erstmals im Jahr 704 urkundlich erwähnt und entwickelte sich im frühen Mittelalter zu einem wichtigen religiösen Zentrum, als im 8. Jahrhundert ein Bistum gegründet wurde. Im Mittelalter wuchs Würzburg unter der Herrschaft der Fürstbischöfe zu einem politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt Frankens. Es wurden Kirchen, Klöster und Handelswege errichtet, und die Stadt gewann an Bedeutung als Bildungs‑ und Kulturstandort.
Auch schwere Zeiten prägten Würzburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt stark beschädigt und im 20. Jahrhundert erlebte sie am Ende des Zweiten Weltkriegs eine verheerende Zerstörung: Rund 90 % der Innenstadt wurden im März 1945 durch Bombenangriffe zerstört. Nach dem Krieg begannen die Einwohnerinnen und Einwohner mit dem Wiederaufbau, der bis heute das Stadtbild prägt.
Ein berühmtes Wahrzeichen der Stadt ist die Würzburger Residenz, ein prächtiges Barockschloss, das als eines der bedeutendsten Beispiele europäischer Architektur gilt. Dieses UNESCO‑Welterbe beeindruckt mit kunstvoll gestalteten Räumen, Fresken und Gärten und zeigt, wie Kunst und Architektur im Barock miteinander verschmolzen. Ein weiteres historisches Highlight ist die Festung Marienberg, die hoch über dem Main thront und über Jahrhunderte die Macht der Fürstbischöfe symbolisiert. Die Anlage zeigt, wie sich Baukunst im Lauf der Zeit entwickelte – vom frühen Mittelalter bis zur Barockzeit. Die Alte Mainbrücke, ein weiteres bekanntes Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert, verbindet die Altstadt mit dem linken Mainufer und ist ein beliebter Treffpunkt, um die Aussicht über Fluss und Stadt zu genießen. Die Würzburger Domkirche, gewidmet dem Heiligen Kilian, zählt zu den bedeutendsten romanischen Kirchen Deutschlands und zeigt, wie Architektur zur spirituellen Identität der Stadt beitrug. Bildung und Wissenschaft Würzburg ist auch eine Universitätsstadt: Die Julius‑Maximilians‑Universität wurde bereits im Jahr 1402 gegründet und zählt zu den ältesten Hochschulen Deutschlands. Sie ist ein wichtiges Zentrum für Forschung, Lehre und internationalen Austausch und prägt das städtische Leben bis heute.
Die Stadt lebt von einer reichen kulturellen Vielfalt. Dazu gehören Museen wie das Martin‑von‑Wagner‑Museum, das bedeutende Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zeigt, und zahlreiche Theater, Festivals und Veranstaltungen. Ein besonderes Highlight ist das Mozartfest, eines der ältesten Musikfestivals Deutschlands, das jedes Jahr im Frühling stattfindet. In historischen Räumen und im Hofgarten der Residenz erklingen klassische Meisterwerke und ziehen Musikliebhaber von nah und fern an.
Heute verbinden sich in Würzburg Tradition und Moderne: Neben historischen Bauwerken und kulturellen Angeboten prägen junge Menschen und Studierende das Stadtbild. Die Verbindung von Geschichte, Architektur, Musik und Wissenschaft macht Würzburg zu einem spannenden Lernort für Schülerinnen und Schüler, die mehr über europäische Geschichte und kulturelles Erbe erfahren möchten.