Das Naturtheater „Friedrich Schiller“ in Bauerbach ist ein bedeutendes Freilichttheater im thüringischen Grabfeld, das seit dem 4. Juli 1959 besteht und auf eine mehr als sechzigjährige Tradition zurückblickt. Es wurde anlässlich der Schillerfestwoche gegründet und gehört zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Region, in einer idyllischen Landschaft auf einer Naturbühne, die Zuschauerinnen und Zuschauer aus nah und fern anzieht.
Die Gründung des Theaters ist eng mit der historischen Verbindung des Dorfes Bauerbach zu Friedrich Schiller verknüpft, denn der berühmte Dichter hielt sich von 1782 bis 1783 hier im Asyl bei der Familie Wolzogen auf und arbeitete in dieser Zeit an berühmten Werken wie „Kabale und Liebe“ oder „Don Karlos“. Das Naturtheater setzt diese Tradition fort, indem es vor allem Schillers Werke, aber auch Stücke anderer Autoren wie William Shakespeare oder moderne Theaterstücke präsentiert und dadurch klassische und zeitgenössische Theaterliteratur miteinander verbindet.
Das Ensemble des Naturtheaters besteht aus engagierten Amateurschauspielerinnen und -schauspielern aus der Region, die mit viel Herzblut und Teamgeist gemeinsam Theater gestalten. Jährlich werden in der Sommersaison mehrere Produktionen aufgeführt, darunter Klassiker, moderne Dramen, Musicals und auch Aufführungen, die speziell für junge Zuschauerinnen und Zuschauer konzipiert sind. Diese Vielfalt ermöglicht es, dass Theatererlebnisse für alle Altersgruppen entstehen und unterschiedliche Interessen angesprochen werden.
Ein besonderes Merkmal des Naturtheaters ist seine lebendige Kulturarbeit und die starke Verbundenheit der Bevölkerung mit diesem Projekt, die auch in Kooperationen und einem internationalen Austausch sichtbar wird. So besteht seit dem Jahr 2000 eine Partnerschaft mit einem japanischen Theaterensemble, was den Blick über nationale Grenzen hinaus fördert und zu einem kulturellen Austausch beitrug.
Ein Besuch oder eine Zusammenarbeit mit dem Naturtheater „Friedrich Schiller“ Bauerbach ist für unsere Schule pädagogisch besonders wertvoll, weil Theater als Lernort weit über den klassischen Unterricht hinausgeht. Durch das Erleben von Theaterstücken unter freiem Himmel können Schülerinnen und Schüler Literatur, Sprache und Geschichte lebendig erfahren, weil sie Texte nicht nur lesen, sondern durch Inszenierungen unmittelbar wahrnehmen und nachvollziehen können. Dies stärkt das Textverständnis, die Interpretationsfähigkeit und die Freude an Sprache.
Darüber hinaus fördert der Theaterbesuch kreatives Denken und Empathie, weil sich die Jugendlichen in Figuren und Situationen hineinversetzen und unterschiedliche Perspektiven verstehen lernen. Genau diese Fähigkeit, andere Standpunkte nachzuvollziehen, ist für das soziale Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung von großer Bedeutung.
Auch die Kommunikationsfähigkeit wird geschult, da Schüler: innen lernen, bewusst zuzuhören, Dialoge nachzuvollziehen und sich über Gesehenes auszutauschen und zu reflektieren. Theaterarbeit unterstützt zudem Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein, wenn Schülerinnen und Schüler an begleitenden Projekten teilnehmen, etwa an Workshops oder theaterpädagogischen Einführungen, in denen sie selbst kreativ tätig werden können.
Schließlich bietet eine Exkursion zum Naturtheater eine hervorragende Möglichkeit für interdisziplinäres Lernen, weil Aspekte aus Deutsch, Geschichte, Musik, Kunst oder Sozialkunde miteinander verknüpft werden können – etwa wenn der historische Kontext Schillers, die literarischen Inhalte oder kulturelle Hintergründe im Unterricht thematisiert und anschließend im Theater erfahren werden.
Durch diese ganzheitliche Förderung von Sprache, Kreativität und sozialer Kompetenz leistet das Naturtheater „Friedrich Schiller“ Bauerbach einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler und macht kulturelles Erbe und künstlerisches Schaffen anschaulich und erlebbar.