Unsere Schule und das Erasmus+ Projekt – Gemeinsam wachsen in Europa

 

Die Staatliche Regelschule „Am Kiliansberg“ in Meiningen ist eine vielseitige, lebendige und weltoffene Schule, die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 aus dem gesamten Stadtgebiet willkommen heißt und ihnen eine hochwertige allgemeinbildende Bildung bietet. Als Regelschule fördern wir bewusst eine Lernkultur des aktiven Mitgestaltens, in der Integration, gegenseitiger Respekt und ein unterstützendes Miteinander zentrale Werte unseres schulischen Alltags sind. Die Schule im Stadtteil Jerusalem zeichnet sich durch eine besondere kulturelle Vielfalt aus, denn viele Schülerinnen und Schüler bringen unterschiedliche Herkunftssprachen und Lebenserfahrungen mit in den Unterricht, wodurch ein offenes und respektvolles Lernklima entsteht. Neben dem regulären Fachunterricht bieten wir ein umfassendes Ganztagsangebot mit Lernzeiten, Hobbygruppen, Neigungskursen und Projekten, um individuelle Interessen zu fördern und die Persönlichkeit jedes Einzelnen zu stärken.

 

Ein besonderes Projekt, das unsere Schule in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt hat, ist die Teilnahme am europäischen Erasmus+ Programm der Europäischen Union, das Schulen in ganz Europa vernetzt und Möglichkeiten für internationale Zusammenarbeit, Mobilität und Austausch schafft. Ziel von Erasmus+ ist es, die Qualität und Innovation in der Bildung zu steigern, die Sprachkompetenzen zu stärken, interkulturelle Fähigkeiten auszubilden und den europäischen Gedanken von Zusammenarbeit, Toleranz und Offenheit im Schulalltag lebendig zu machen.

 

Unter dem Titel „The well‑being of students in and out of school“ begann am 3. November 2019 das erste Erasmus+ Projekt unserer Schule, das in enger Kooperation mit Partnerschulen aus Polen, Portugal, Griechenland und Finnland initiiert wurde. In diesem Projekt setzten sich unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren internationalen Partnern mit der Frage auseinander, wie Wohlbefinden im schulischen Kontext und im Alltag gestärkt werden kann. Dabei standen verschiedene Themen im Zentrum, etwa gesunde Ernährung, körperliche Aktivitäten, Natur und Klima, künstlerische Ausdrucksformen oder Freizeitgestaltung – Aspekte, die junge Menschen in ihrem Leben unmittelbar betreffen und zu einem ganzheitlichen Verständnis von gesundem Aufwachsen beitragen.

 

Ein zentraler Bestandteil des Erasmus+ Projekts waren die persönlichen Begegnungen im Rahmen der internationalen Projekttreffen. Bereits im ersten Projektjahr reisten fünf Schülerinnen und Schüler zusammen mit zwei Lehrkräften und unserer Schulsozialarbeiterin im November 2019 nach Jaszkowa Dolna in Polen, wo sie bei Gastfamilien lebten, gemeinsam mit ihren Partnern arbeiteten und die gastgebende Schule kennenlernten. In dieser Woche wurde nicht nur an Projektinhalten gearbeitet, sondern auch das Leben in einer anderen Kultur und Schule erlebt, wodurch die Teilnehmenden ihre Englischkenntnisse praktisch anwenden konnten und neue Freundschaften entstanden.

 

Wie bei vielen internationalen Vorhaben brachte die Corona‑Pandemie auch unser Erasmus+ Projekt vor unerwartete Herausforderungen. Geplante Treffen – etwa an der Partnerschule in Portugal – mussten verschoben oder mussten zunächst virtuell durchgeführt werden. Statt einer direkten Begegnung nahmen unsere Schüler*innen und Lehrkräfte digital an Aktivitäten teil und arbeiteten auf der gemeinsamen eTwinning‑Plattform, dem sogenannten “TwinSpace”, an Projektaufgaben, präsentierten Ergebnisse und tauschten sich aus.

 

Im April 2022 konnte das dritte Projekttreffen dann endlich vor Ort an unserer eigenen Regelschule „Am Kiliansberg“ in Meiningen stattfinden. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus allen Partnerländern kamen zu uns, um gemeinsam an den Projektthemen zu arbeiten, Ergebnisse zu präsentieren und unsere Schule, unsere Stadt und unsere Kultur kennenzulernen. Diese Begegnung war ein besonderer Höhepunkt des Projekts, weil sie zeigte, wie stark Zusammenhalt und gemeinsames Lernen Europa verbinden.

 

Unmittelbar im Anschluss an das Deutschland‑Treffen reisten weitere Gruppen im Mai 2022 nach Rhodos in Griechenland, wo die Woche unter dem Schwerpunkt „Nature and Climate“ stand und die Teilnehmenden nicht nur in gemeinsamen Workshops arbeiteten, sondern auch Ausflüge in die Natur unternahmen und kulturelle Sehenswürdigkeiten erkundeten. Diese Reise bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, ökologische Zusammenhänge direkt zu erleben und ihre Erfahrungen im internationalen Austausch zu vertiefen.

 

Das abschließende Projekttreffen fand Ende September 2022 in Oulu in Finnland statt, wo die Projektarbeit gemeinsam reflektiert und das Erasmus+ Projekt offiziell beendet wurde. Insgesamt arbeiteten über drei Jahre mehr als 20 Schülerinnen und Schüler regelmäßig an den Projektinhalten, während an den internationalen Treffen insgesamt 17 Schüler*innen und neun Lehrkräfte teilnahmen. Im Laufe des Projekts entstanden viele kreative Ergebnisse: Es wurden Schulpräsentationen erstellt, Fragebögen entwickelt, ein „europäisches“ Kochbuch zusammengestellt, Tagebücher und Filmclips produziert und ein gemeinsames Projektlogo gestaltet.

Die pädagogische Bedeutung dieser internationalen Zusammenarbeit ist für unsere Schulgemeinschaft groß. Durch die aktive Teilnahme am Erasmus+ Projekt konnten unsere Schüler*innen nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern vor allem soziale und interkulturelle Fähigkeiten erwerben, die weit über den Unterricht hinausgehen. Sie haben gelernt, sich in anderen Sprachen zu verständigen, in internationalen Teams zu arbeiten, andere Lebensweisen wertzuschätzen und neue Perspektiven einzunehmen. Diese Erfahrungen tragen nachhaltig dazu bei, junge Menschen auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt vorzubereiten und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken.

 

Wir sind stolz darauf, dass unsere Schule diese bedeutende europäische Kooperation verwirklichen konnte und danken allen Beteiligten – den Schüler*innen, Lehrkräften, Eltern, Partnern und Förderern – für ihren Einsatz und ihre Unterstützung. Die Teilnahme am Erasmus+ Projekt war für uns ein besonderes Kapitel der Schulgeschichte und ein starkes Beispiel dafür, wie Bildung Grenzen überwindet und Horizonte öffnet.

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