Die Wartburg - Ein Juwel deutscher Geschichte
Am Donnerstag, dem 12.02.2026, unternahmen die Klassen 8a und 8b gemeinsam Frau Hoppe, Frau Borsuk und Herrn Schipper eine spannende Exkursion zur Wartburg bei Eisenach. Die An- und Abreise erfolgte gemeinsam mit dem Bus, sodass wir den Tag entspannt und gut organisiert beginnen konnten. Trotz leicht regnerischen Wetters ließen wir uns die gute Stimmung nicht nehmen – im Gegenteil: Der Nebel und die feuchte Winterluft verliehen der Burganlage eine besonders eindrucksvolle, beinahe mittelalterliche Atmosphäre. Zunächst erkundeten die Schülerinnen und Schüler die Wartburg auf eigene Faust. Dabei entdeckten sie die weitläufige Anlage mit ihren Innenhöfen, Wehrgängen und Aussichtspunkten. Schon hier wurde deutlich, wie strategisch günstig die Burg im Mittelalter angelegt wurde und welche Bedeutung sie für Schutz, Macht und Repräsentation hatte.
Im Anschluss nahmen wir an einer museumspädagogischen Führung teil, die speziell auf die Altersstufe unserer Achtklässler zugeschnitten war. Gemeinsam betraten wir den imposanten Palas mit seinen romanischen Bauteilen und kunstvoll gestalteten Innenräumen. Besonders beeindruckend war der Festsaal, in dem wir vom sagenumwobenen Sängerkrieg erfuhren – einer Legende, die die Wartburg als Ort höfischer Kultur und Dichtung berühmt machte. Hier begegneten die Schülerinnen und Schüler historischen und literarischen Gestalten wie Walther von der Vogelweide.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Elisabethenkemenate, die an das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen erinnert. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie sie auf der Wartburg lebte und durch ihr soziales Engagement, ihre Nächstenliebe und ihren Einsatz für Arme und Kranke bis heute als Vorbild christlicher Verantwortung gilt. Besonders eindrücklich waren die kunstvollen Mosaike, die Szenen aus ihrem Leben darstellen.
Von zentraler historischer Bedeutung ist zudem die Lutherstube. In diesem schlichten Raum übersetzte Martin Luther im Jahr 1521/22 das Neue Testament ins Deutsche. Die Schülerinnen und Schüler konnten hier anschaulich nachvollziehen, wie sehr dieses Werk nicht nur die Kirche, sondern auch die Entwicklung der deutschen Sprache und Gesellschaft beeinflusst hat. Die Auseinandersetzung mit der Reformation knüpft direkt an Unterrichtsinhalte des achten Jahrgangs an und machte Geschichte an diesem authentischen Ort besonders greifbar.
Auch die Ausstellungsräume und das Museum der Wartburg boten vielfältige Einblicke in das Leben auf einer mittelalterlichen Burg, in höfische Kultur, religiöse Umbrüche und die politische Geschichte Deutschlands. Thematisiert wurde unter anderem das Wartburgfest von 1817, bei dem Studenten ein Zeichen für Freiheit und nationale Einheit setzten – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur deutschen Demokratiebewegung.
Die Wartburg ist nicht nur ein eindrucksvolles Bauwerk, sondern seit 1999 UNESCO-Welterbe. Ihre historische Bedeutung reicht vom Mittelalter über die Reformationszeit bis in die Neuzeit. Für unsere Schülerinnen und Schüler ist der Besuch im achten Jahrgang besonders wertvoll, da zentrale Themen des Lehrplans – Mittelalter, Reformation und frühe Demokratiebewegungen – hier anschaulich, lebensnah und nachhaltig erfahrbar werden. Geschichte wird nicht nur gelesen, sondern erlebt.
Nach der Führung nutzten wir die Gelegenheit für ein gemeinsames Klassenfoto vor der beeindruckenden Kulisse der Burg – ein schöner Abschluss des offiziellen Programms auf der Wartburg.
Anschließend gingen wir gemeinsam hinunter in die Innenstadt von Eisenach. Dort hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit, die historische Altstadt auf eigene Faust zu erkunden, kleine Geschäfte zu besuchen oder sich in Gruppen die Zeit zu vertreiben. Diese Phase selbstständiger Erkundung stärkte nicht nur die Eigenverantwortung, sondern bot auch Gelegenheit, das Erlebte im Gespräch zu reflektieren.
Am Nachmittag traten wir schließlich mit dem Bus die Rückfahrt zur Schule an. Insgesamt war es ein lehrreicher, gemeinschaftsstärkender und rundum gelungener Tag, der den Unterricht auf besondere Weise bereichert hat und unseren Achtklässlern die Geschichte Thüringens und Deutschlands nachhaltig nähergebracht hat.